Dr. med.
Petra Hoppmann
Oberärztin
+49 (0)89 4140 2947
Dr. med.
Alessandra Buiatti
Funktionsoberärztin

AVNRT


AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)

Bei einer AV-Knoten-Reentry-Tachykardie bemerken die betroffenen Patienten ein plötzlich einsetzendes Herzrasen, die Herzfrequenz liegt dann typischerweise bei 150 bis 200 Schlägen pro Minute.

Die Erregung des Herzens entsteht normalerweise im sogenannten Sinusknoten, dem „Schrittmacherzentrum“ des Herzens. Von dort erfolgt die Fortleitung der Erregung über spezielle Leitungsbahnen zu den Herzkammern. Dabei ist der sogenannte AV-Knoten die einzige Verbindung der elektrischen Leitung von den Vorhöfen zu den Herzkammern. Bei Patienten mit einer AVNRT bestehen statt einer einzigen Leitungsbahn in diesem AV-Knoten zwei oder mehrere Leitungsbahnen mit unterschiedlicher Leitungsgeschwindigkeit. Bei einem vorzeitig einfallendem Herzschlag, einem sogenannten Extraschlag oder einer sogenannten Extrasystole, wie sie auch bei herzgesunden Menschen vorkommen, kann dann eine der Leitungsbahnen blockiert, d.h. unerregbar sein, während die andere Bahn die Erregung in die Herzkammern weiterleiten kann. Durch diesen Mechanismus kann es zu einer „kreisenden“ Erregung im AV-Knoten kommen, was zu einer Herzfrequenz von 150 bis 200 Schlägen pro Minute führt und von den Patienten als Herzrasen wahrgenommen wird.
 
Bei der Ablationsbehandlung einer AV-Knoten-Reentry-Tachykardie wird eine der beiden Leitungsbahnen im AV-Knoten mit dem Ablationskatheter verödet, so dass die Herzrhythmusstörungen anschließend nicht mehr auftreten können. Die Erfolgsrate dieser Behandlung liegt bei über 95 Prozent. An Komplikationen der Behandlung ist eine komplette Leitungsblockade zwischen Vorhöfen und Kammern zu nennen, ein sogenannter kompletter AV-Block, was die Notwendigkeit einer Schrittmacherimplantation beinhaltet. Diese Komplikation ist allerdings mit einer Häufigkeit von <1 Prozent sehr selten.