Dr. med.
Petra Hoppmann
Oberärztin
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WPW-Syndrom


WPW-Syndrom

Normalerweise ist der AV-Knoten die einzige Verbindung der elektrischen Leitung zwischen den Herzvorhöfen und den Herzkammern. Beim WPW-Syndrom besteht neben dem AV-Knoten noch eine weitere elektrische Verbindung zwischen den Vorhöfen und den Kammern, die sogenannte „akzessorische Leitungsbahn“. Dies kann – muss jedoch nicht – bereits im normalen Ruhe-EKG sichtbar sein. Bei einem vorzeitig einfallenden Herzschlag, einem sogenannten Extraschlag oder einer sogenannten Extrasystole, kann dann eine der Leitungsbahnen (der AV-Knoten oder die akzessorische Leitungsbahn) blockiert, d.h. nicht erregbar sein, während die andere Bahn die Erregung in die Herzkammern weiterleiten kann. Durch diesen Mechanismus kann es zu einer „kreisenden“ Erregung zwischen Vorhöfen und Herzkammern kommen, was sich mit einer Herzfrequenz zwischen 150 und 200 Schlägen pro Minute bemerkbar macht. 

Die Therapie der Wahl besteht beim WPW-Syndrom in der Ablationsbehandlung der akzessorischen Leitungsbahn. Die akzessorischen Leitungsbahnen können sich sowohl zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer als auch zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer befinden.

Durch einen über die Leistenarterie (bei Lokalisation der akzessorischen Leitungsbahn zwischen dem linkem Vorhof und der linken Herzkammer) oder die Leistenvene (bei Lokalisation der akzessorischen Leitungsbahn zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer) eingebrachten Katheter wird die akzessorische Leitungsbahn aufgesucht und verödet. Normalerweise ist dies mit einer hohen Erfolgsrate von über 95 Prozent verbunden. Nur in seltenen Fällen kommt es nach primär erfolgreicher Behandlung zu einem Rezidiv der Rhythmusstörung (<2 Prozent). In seltenen Fällen liegt die akzessorische Leitungsbahn in unmittelbarer Nachbarschaft zum AV-Knoten (d.h. zur normalen elektrischen Verbindung zwischen Herzvorhöfen und -kammern). In diesen Fällen kann als seltene Komplikation der Verödungstherapie eine komplette Leitungsblockade zwischen Vorhöfen und Kammern auftreten, was die Implantation eines Herzschrittmachers nötig macht.