Dr. med.
Petra Hoppmann
Oberärztin
+49 (0)89 4140 2947

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern

Beim Vorhofflimmern besteht eine sehr schnelle und unregelmäßige Erregung der Herzvorhöfe, die ohne Behandlung ebenfalls schnell und unregelmäßig auf die Herzkammern übergeleitet wird. Dies macht sich als schneller, unregelmäßiger Puls oder unangenehmes Herzklopfen bemerkbar. Neben diesen unangenehmen Symptomen kann durch den schnellen Herzschlag die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt sein. Bestehen hohe Herzfrequenzen über einen längeren Zeitraum, kann es zu einer Schädigung des Herzmuskels und langfristig zur Ausbildung einer Herzmuskelschwäche kommen. Des Weiteren ist durch die schnelle und unregelmäßige Erregung kein geordneter Pumpvorgang der Herzvorhöfe mehr möglich, was in einem Teil des Herzvorhofs, dem sogenannten Vorhofohr, zu einem Sistieren des Blutflusses und zur Bildung von Blutgerinnseln führen kann. Falls sich diese aus dem Vorhofohr lösen, kann es zu einem akuten Arterienverschluss (Embolie) oder einem Schlaganfall kommen.

Die Ziele der Behandlung von Vorhofflimmern bestehen zum einen darin, die Symptome des Vorhofflimmerns zu beseitigen, d.h. Beschwerdefreiheit für den Patienten zu erlangen. Zum anderen im Schutz vor Komplikationen, wie dem Entstehen einer Herzmuskelschwäche oder dem Auftreten einer Embolie oder eines Schlaganfalles.

Hierfür stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung:

Medikamentöse Therapie

Zur Kontrolle der Herzfrequenz werden Medikamente (z.B. Betablocker) eingesetzt, die die Erregungsüberleitung vom Vorhof in die Herzkammer bremsen und somit dem schnellen Herzschlag und dessen schädlichen Folgen vorbeugen. Zusätzlich erfolgt eine Blutverdünnungstherapie (z.B. mit Marcumar oder neueren Antikoagulantien), um einer Gerinnselbildung im Vorhof vorzubeugen. Falls eine Blutverdünnungstherapie aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos nicht möglich ist, kann auch ein interventioneller Verschluss des Vorhofohrs (Link) zur Verhinderung eines Schlaganfalles oder einer arteriellen Embolie erwogen werden.

Führt die medikamentöse Therapie zu keiner Beschwerdefreiheit bei Vorhofflimmern, werden Versuche unternommen, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Dies kann durch spezielle Medikamente, sogenannte Antiarrhythmika, erfolgen. Da diese Medikamente jedoch nicht für jeden Patienten geeignet sind, ist vorher eine eingehende Untersuchung und eine ausführliche Beratung notwendig.

Elektrische Kardioversion von Vorhofflimmern

Bei erstmalig aufgetretenem Vorhofflimmern oder nur seltenen Episoden von Vorhofflimmern mit unzureichender Symptomkontrolle unter medikamentöser Therapie besteht die Möglichkeit einer elektrischen Kardioversion (Link). Durch diese Behandlung wird zwar wieder ein normaler Herzrhythmus erzielt, es kann jedoch im weiteren Verlauf zu einem erneuten Auftreten von Vorhofflimmern kommen.

Ablationsbehandlung von Vorhofflimmern

Zur dauerhaften Behandlung von Vorhofflimmern besteht die Möglichkeit einer Ablationsbehandlung. Dabei wird mittels einer Katheterablation eine elektrische Isolation der Lungenvenen vom linken Vorhof durchgeführt (Pulmonalvenenisolation), da das Vorhofflimmern meist durch sogenannte Trigger aus den Lungenvenen initiiert wird. Ziel der Katheterablation von Vorhofflimmern ist die vollständige und langfristige Beseitigung der Rhythmusstörung. Bei manchen Patienten können hierfür jedoch zwei oder mehrere Katheterverödungen nötig sein. Die Erfolgsaussichten einer Katherablation hängen von verschiedenen Faktoren, wie z.B. der Vorhofgröße, und begleitenden Herzerkrankungen ab. Daher sollte vor einer solchen Behandlung eine ausführliche Untersuchung und Beratung in der Rhythmusambulanz erfolgen.

AV-Knoten-Ablation bei Vorhofflimmern (Link)