Dr. med.
Daniel Sinnecker
Oberarzt
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Kardiale Resynchronisations-Therapie CRT


Kardiale Resynchronisations-Therapie (CRT)

Eine Behandlung der Herzschwäche durch biventrikuläre Stimulation

Eine Herzschwäche kann dadurch verstärkt werden, dass die Erregungsausbreitung in der Herzkammer gestört ist. Bei einem sogenannten Linksschenkelblock kommt es zu einer ungleichmäßigen Kontraktion der verschiedenen Anteile der linken Herzkammer. Dadurch ist die Herzaktion unökonomisch, der Sauerstoffverbrauch der Herzmuskelzellen ist erhöht, was zu einer weiteren Verschlechterung der Herzschwäche führen kann.


(Links) Gezeigt ist eine Ultraschallaufnahme des Herzens (Echokardiographie) bei einem Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz und einem Linksschenkelblock. Dargestellt ist ein Schnitt durch die kreisrunde linke Herzkammer. Man sieht, dass die verschiedenen Wandabschnitte sich wegen des Linksschenkelblocks nicht gleichmäßig anspannen.

(Rechts) Gezeigt ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens nach Implantation des CRT-Schrittmachers. Die Kontraktion der verschiedenen Wandabschnitte verläuft nun geordneter, der Patient bemerkt eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit. 

Für solche Patienten besteht die Möglichkeit, die Synchronität des Herzens durch die Implantation eines speziellen Herzschrittmachers zu verbessern. Für diese sogenannte kardiale Resynchronisations-Therapie (CRT) werden, wie bei einem normalen Herzschrittmacher, Elektroden über das Venensystem in das Herz vorgeschoben. Neben einer Elektrode im rechten Vorhof und einer in der rechten Herzkammer wird für die CRT zusätzlich eine Elektrode implantiert, die gezielt die linke Herzkammer stimuliert. Diese Elektrode wird unter Röntgendurchleuchtung über das Venensystem des Herzens (den sogenannten Koronarsinus) in Richtung der linken Herzkammer vorgeschoben. Durch eine individuelle Abstimmung der drei Schrittmacher-Elektroden lässt sich die Synchronität der Herzaktion verbessern. Damit wird die Herzarbeit ökonomischer, was bei den meisten Patienten zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führt. 


(Links) Gezeigt ist eine Röntgendarstellung des Venensystems des Koronarsinus im Rahmen der Implantation eines CRT-Schrittmachers. Die Elektrode in der rechten Herzkammer wurde bereits implantiert. Nun wird über einen Ballonkatheter Kontrastmittel in den Koronarsinus eingespritzt, um seine Verzweigungen sichtbar zu machen und die beste Position für die Implantation der Elektrode für die linke Herzkammer festzulegen. 

(Rechts) Gezeigt ist eine Röntgenaufnahme am Ende der Implantation des CRT-Schrittmachers. Die Sonden für den rechten Vorhof, die rechte und die linke Herzkammer sind bereits an Ort und Stelle. Nun werden alle Sonden mit dem Schrittmacher verbunden, der in eine Tasche unterhalb des Schlüsselbeins implantiert wird. Der etwa fünf cm lange Hautschnitt wird mit einem Faden vernäht, der sich im Verlauf der nächsten Wochen von selbst auflöst.